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Die Rolle der
Frau in den monotheistischen Religionen
Kommunikation als gesellschaftliche Verantwortung
Kommunikation
bedeutet für mich Austausch von Erfahrungen und
Kenntnissen. Sie sind Impulse für
die Entwicklung jedes einzelnen von uns.
Nach meinem Menschenbild hat jeder dem anderen
etwas zu geben und von jedem etwas zu erhalten!
Wir befinden uns in Deutschland in einer Zeit und an einem
Ort, die geprägt sind von einem gesellschaftlichen
Wohlstand und einer bunten Völkerdurchmischung.
Leider erkenne
ich eine Unverhältnismäßigkeit zwischen den vielen aktiven
Bemühungen sozialer Art für gegenseitige Verständigung und
der unbewussten Aufrechterhaltung der Isolation innerhalb
der einzelnen Gruppen, die hauptsächlich auf
Berührungsängste zurückzuführen sein müssen.
Mit dieser
Diskrepanz können Probleme nicht gelöst werden.Wir haben
eine Reihe von Problemen, die uns alle betreffen, z.B. die
Misshandlung von Kindern und
häusliche Gewalt gegenüber Frauen.
Die Frau im
Islam, in der Theorie und in der Praxis
Der Islam
fordert Verantwortung für sich selbst, was eine Mündigkeit
zu einem selbstbestimmten Leben
voraussetzt.
Zum Schutz der Frau sind dazu einige rechtlichen
Rahmenbedingungen geschaffen.
Z.B.:
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Für die Gültigkeit einer
Eheschließung muss die Frau zustimmen.
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Die Frau behält ihren Besitz
für sich, auch ihr Gehalt bei Erwerbstätigkeit.
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Sie hat Anspruch auf
Stillgeld.
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Weiter hat sie Anspruch auf 2
Diener: einen für den Haushalt, einen für ihre
persönlichen Wünsche. Sie ist nicht verpflichtet, den
Haushalt zu führen und die Kinder zu versorgen.
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Die Frau kann sich scheiden
lassen.
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Zum Schutz vor Erniedrigung
kann sie sich sexuell verweigern, wenn sie keine
Befriedigung erlebt.
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Um keinerlei Verpflichtungen
dem Mann gegenüber einzugehen, kann sie eine gemeinsam
vereinbarte Ehe auf Zeit schließen, was auch den
Mann von der Verpflichtung der Versorgung entlastet.
Beide umgehen mit dieser Form der Eheschließung, die
übrigens im Koran als Genußehe bezeichnet wird,
eine Scheidungsprozedur.
In der Praxis
geht es allerdings ganz anders zu. Hier einige Beispiele:
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Zwangsverheiratungen
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Kein eigenes Konto bei
Verdienst
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Das Stillgeld ist völlig
unbekannt.
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Die Haushaltsführung und die
Versorgung der Kinder sind überall Frauenensache.
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Bei der Eheschließung wird nicht auf das Scheidungsrecht
hingewiesen, was für die Anwendung vorher im Ehevertrag
schriftlich fixiert sein muss. Das gilt auch für die
Polygamie: sobald eine Zweite antreten soll, kann die
Erste ihre Ehe auflösen.
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Frauen lassen sich sexuell in
ihren vier Wänden eine Menge gefallen, damit sie bei
Verweigerung kein Fluch der Engel einholt.
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Die Zeitehe gilt bei den 90%
Muslimen sunnitischer Richtung als verboten, weil der
Kalif Omar dieses Verbot aussprach. Frauen wird damit
die Chance zur Selbständigkeit erschwert.
Die Praxis ist
geprägt von Hierarchisierung und Kontrolle, vom
traditionellen Bild der Frau als Untergebene und Dienerin
des Mannes. Man könnte den Heiratsvertrag als einen
Arbeitsvertrag ohne Vergütung bezeichnen.
Eigentlich sind
Männer und Frauen damit nicht glücklich. Es fehlt der Mut
zur konsequenten Emanzipation.
Wir sollten uns
fragen, warum gerade Religionen immer wieder Fanatismus
und Rassismus produzieren, obwohl doch das Wesen
von bewusster Gläubigkeit sich auf Liebe und Mitgefühl
stützt, um die Würde und das Lebensrecht jedes Einzelnen
zu bewahren. Imam Ali, der 4. Kalif sagte einmal:
Behandelt die
Menschen respektvoll und liebevoll, denn entweder sind sie
Muslime und eure Glaubensgeschwister oder sie sind
Nichtmuslime und eure Schöpfungsgeschwister.
Die Beziehung
Das Kostbarste
und deshalb auch Wichtigste im Leben sind körperliche und
geistige Gesundheit und eine glückliche Liebesbeziehung
aus der neue Menschen erwachsen. Es ist für mich
unglaublich mit welcher Ignoranz wir der Partnerschaft
und Elternschaft gegenüberstehen: jeder darf ohne
Vorbereitung eine Beziehung beginnen und Mutter oder Vater
werden ohne irgendeine spezifische Qualifikation, die sich
auf das eigene Wohl als auch auf das des Kindes bezieht.
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Für die Optimierung der
Integration von Migranten sollen diese die Landessprache
erlernen.
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Orthodoxe Juden schließen
eine Ehe erst nach einem Gentest aus dem hervorgeht,
dass die Nachkommen genschadenfrei sind. (FAZ v.
30.10.05)
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Manager müssen eine erworbene
Qualifikation nachweisen, bevor sie ein Unternehmen
leiten.
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Dienstleister jeglicher Art
ebenfalls.
Die
Anforderungen an einen Manager, dessen Unternehmen
erfolgreich sein soll, werden an keine Elternschaft
gestellt.
Man verlässt
sich im Schutzraum der familiären Privatsphäre für
Partnerschaft und Elternschaft auf traditionell
Übernommenes und gesellschaftlich Vorgegebenes.
Erzieher und
Lehrer haben es dabei nicht leicht, dieses fundamentale
Defizit auszugleichen. Ein Defizit, das sich bei den
Heranwachsenden niederschlägt in den fehlenden
Kommunikativen Kompetenzen vielfältigster Art.
Ursachenforschung und Prävention
Mehr als
Symptombehandlung für unsere Mißstände brauchen wir
systematische Ursachenforschung und Präventionswillen,
d.h. die innere Bereitschaft die Realität wahrzunehmen und
zu gestalten.
Was die von
Männern ausgeübte Gewalt angeht, schlägt der Kultur-und
Sozialanthroploge Werner Schiffauer Männerforschung vor:
Man muss dringend Männerforschung betreiben, denn es
sind ja Männer, die mit ihrer Situation nicht klarkommen,
wenn sie gewalttätig werden. (Taz v. 17.10.05)
Ich schlage für
die größte Verantwortung, die ein Mensch trägt, die
institutionalisierte Bildung und die konsequente
Unterstützung von Müttern vor, jenen Menschen in deren
Macht und Vermögen das Wohl oder der Untergang der
Menschheit liegen.
Mit dem Berufsstand „Mutter" könnten wir uns viel Leid
ersparen.
Der Prophet
Muhammad (Friede sei mit ihm) wiederholte am Ende seiner
Abschiedsrede dreimal den Männern zugewandt: seid gut zu
euren Frauen!!! Denn er kannte die Hintergründe,
Zusammenhänge und langfristigen Folgen bei Nichtbeachtung
des Respekts vor Frauen.
Ich kenne nur
sehr wenige Männer, die es sich zu ihrer obersten
Priorität gemacht haben, in einer Beziehung ihre Frau
glücklich zu machen. Vielmehr werden
Kommunikationsstörungen als etwas Dazugehöriges
hingenommen; auf Kosten von dauerhaften, wachsendem
Verständnis füreinander und auf Kosten des Wohls der
Kinder. Dabei empfiehlt der Koran, dass man entweder in
Güte zusammenlebt oder sich in Güte trennt (2/228 und
2/230).
Ich erlebe
Frauen heute in einer sehr oft verzweifelten und
resignierten Weise und manchmal in einer ihr unwürdigen
Weise als psychisches Wrack und Versorgungsmaschine, die
unaufhörlich zu funktionieren hat.
Dabei stehen sie
dem Schöpfer wegen ihrer Lebensspendenden Fähigkeiten am
nahesten, haben aber zwischen sich und dem Schöpfer im
Unterwerfungsglauben Andere gestellt: Väter, Ehegatten,
Gelehrte.
„Der Beste
unter euch ist der, der für die Menschen am nützlichsten
ist"
ist ein Ausspruch des Propheten Muhammed
(Friede sei mit ihm).
Ich frage mich,
wie nützliche Menschen von Müttern hervorgehen sollen, die
sich einerseits in der traditionellen Rolle als
entmündigte Haussklavin befinden und andererseits einer
Ausbildung entbehren jenseits ihrer Funktion als
Versorgungsmaschine?!
Emely Abidin
4. November 2005
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